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Ratgeber - Typische Fußbeschwerden

Spreizfuß

Was ist ein Spreizfuß?
Unter Spreizfuß (Pes transversoplanus) wird ein Auseinanderweichen der Knochenstrahlen des Mittelfußes verstanden. Der Vorfuß verbreitert sich, später verformt sich die große Zehe zunehmend. Das Quergewölbe, das normalerweise im Bereich des Vorfußballens ausgebildet sein sollte, ist durchgetreten, so dass häufig eine Schwiele unterhalb der Grundgelenke der zweiten und dritten Zehe deutlich in Erscheinung tritt. Heute weiß man, dass auch das Quergewölbe nicht nur durch Bänder, sondern auch durch Muskulatur aufrechterhalten wird, u. a. durch die Ballenmuskulatur. Der Spreizfuß ist die Fußfehlstellung, die am häufigsten Schmerzen bereitet. Außerdem begünstigt ein Spreizfuß einen Hallux valgus

Symptome
Ein abgesacktes Quergewölbe führt zur Schwielenbildung und Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen. Auch auf dem Fußspann werden häufig Schmerzen empfunden.

Ursachen
Als Auslöser spielt zum einen ein schwaches Bindegewebe eine Rolle, weshalb insbesondere Frauen vom Spreizfuß betroffen sind,  zum anderen Übergewicht. Aber auch die falschen Schuhe, hohe Absätze und spitz zulaufende Damenschuhe belasten den Vorfuß stark und können damit einen Spreizfuß begünstigen.

Therapie
Maßeinlagen, die den Vorfuß entlasten und das Quergewölbe anheben, lindern die Schmerzen. 

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Knickfuß

Was ist ein Knickfuß?
Als Knickfuß bezeichnet man eine krankhafte Fehlstellung des Fußes, mit einer Senkung am medialen (inneren) Fußrand und einer Anhebung des lateralen (äußeren) Fußrandes. 

Der Knickfuß tritt häufig in Verbindung mit dem Senk- oder Plattfuß auf. Bei Kleinkindern ist der Knickfuß normal, bis ca. zum 6. Lebensjahr sollte sich die Muskulatur aber so stark ausgebildet haben, dass sich der Knickfuß verflüchtigt.

Symptome
Schmerzen treten hauptsächlich am inneren Knöchel und Innenlängsgewölbe (da sehr oft gleichzeitig eine Senkung desselben vorhanden ist) auf. Der Knöchelschmerz zieht z. T. am Bein seitlich hoch. Der innere Knöchel tritt stark hervor, eine Verschiebung im unteren Sprunggelenk ist vorhanden, wobei das Fersenbein nach außen abweicht. 

Diagnose
Beim Knickfuß ist der innere Knöchel stärker, und das Sprungbein ist unter dem inneren Knöchel deutlich sichtbar (dieser „doppelte Knöchel“ ist das sichtbarste Erkennungszeichen für den Knickfuß). Durch die veränderte Lage des Sprungbeins in der Knöchelgabel erhält der Fuß eine Schrägstellung gegenüber dem Unterschenkel, außerdem senkt sich der Fußinnenrand. 

Ein  Knickfuß wirkt sich immer auch auf die Statik des Körpers aus. X-Beine und Knieprobleme sind eine Folgeerscheinung unbehandelt gebliebener Knickfüße.  Dies kann unter Umständen zu einer  stärkeren Beckenkippung und Lordose führen und sich bis auf Rücken und Kopf auswirken.

Ursachen
Neben dem kindlichen Knickfuß kann ein Knickfuß im Laufe des Lebens erworben oder angeboren sein. Erworbene Knickfüße können Folge eines Senkfußes, eines Traumas, einer spastischen Lähmung, einer Infektion sowie von Rheuma, Überlastungsschaden bei instabilen Bändern oder Adipositas mit Achsenfehlstellung der Beine sein. 

Therapie
Steht der Knickfuß in Verbindung mit einem Senkfuß, kann man im Schulalter mit Maßeinlagen und zusätzlicher Kranken- bzw. Fußgymnastik durchaus eine Normalisierung des Fußes erzielen. In einigen Fällen werden auch propriozeptive Einlagen empfohlen. 

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Hohlfuß

Was ist ein Hohlfuß?
Der Hohlfuß ist eine Fußdeformation, die durch ein stark überhöhtes Fußlängsgewölbe gekennzeichnet ist. Damit ist beim Hohlfuß auch der Spann stark überhöht. Die Ferse nimmt häufig eine O-Stellung (nach innen gerichtet) ein.

Hohlfüße sind allgemein kürzer und gedrungener als gesunde Füße. Häufig liegt gleichzeitig mit dem Hohlfuß eine Krallenstellung der Zehen vor. Der für einen Hohlfuß typische Fußabdruck zeigt, dass nicht der Mittelfuß die Körperlast trägt, sondern ausschließlich die Ferse und der Vorfuß. Der Hohlfuß bildet gewissermaßen das Gegenstück zum Plattfuß.

Je nachdem, ob der Fuß infolge seiner Fehlstellung die Körperlast stärker mit dem Ballen oder mit der Ferse aufnimmt, unterscheidet man beim Hohlfuß zwei Formen: den Ballenhohlfuß und den Hackenhohlfuß. Letzterer ist die seltenere Form – hierbei kommt es zu einer Steilstellung des Fersenbeins.

Diagnose
Den Hohlfuß erkennt man bei einer Untersuchung des Fußes. Oft ist die Fehlstellung des Fußes schon mit bloßem Auge zu erkennen, mit größerer Sicherheit jedoch am Fußabdruck. Diesen kann der Orthopädieschuhtechniker nehmen. Weitere Untersuchungen können vom Arzt, wenn nötig, mit unterstützenden Röntgenbildern durchgeführt werden.

Ursache
Ein Hohlfuß kann verschiedene Ursachen haben. Häufig ist die Fußfehlstellung angeboren. Hohlfüße treten familiär gehäuft auf. Die Formveränderung des Fußes kann sich aber auch im Lauf des Lebens durch unterschiedliche Faktoren entwickeln (erworbener Hohlfuß). Eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung eines Hohlfußes spielt wahrscheinlich eine Lähmung der kleinen Fußmuskulatur. Für einen erworbenen Hohlfuß kommen als Ursachen oft zu kleine Schuhe oder zu hohe Absätze infrage. Stärker ausgeprägte Hohlfüße haben, vor allem wenn sie allmählich im Wachstumsalter entstehen oder die Formänderung zunimmt, oft eine neurologische Ursache.

Therapie
Ist der Hohlfuß nur leicht ausgeprägt, liegt ein sogenannter flexibler Hohlfuß vor. In diesem Fall sind spezielle orthopädische Einlagen (Stufeneinlagen) und Nachtschienen geeignet. Daneben kann bei einem Hohlfuß Gymnastik hilfreich sein, z.B. Greifübungen mit den Zehen. Bei einem sehr ausgeprägten Hohlfuß und bei starken Schmerzen oder bei erfolgloser konservativer Therapie ist es unter Umständen möglich, die für den Hohlfuß typische Fehlstellung durch eine Operation zu korrigieren.

Fersensporn

Was ist ein Fersensporn?
Der Fersensporn ist ein knöcherner Sporn am Fersenbein, der sich im Laufe des Lebens bilden kann. Es wird zwischen einem unteren und einem oberen Fersensporn unterschieden. Der untere Fersensporn geht gelegentlich mit einer Entzündung der Plantarsehne an der Fußsohle einher (Plantarsehnenentzündung bzw. Plantarfasziitis). Eine andere knöcherne Veränderung am Fersenbein ist die Haglund-Exostose

Symptome
Symptome sind stechende bohrende Fersenschmerzen beim Auftreten, insbesondere morgens nach dem Aufstehen. 

Diagnose
Es lässt sich ein druckschmerzhafter Punkt am zehenwärts gerichteten Ansatz der Plantarsehne am Fersenbein und im Bereich der Plantarsehne tasten, oft zeigt die Röntgenaufnahme eine Calciumanreicherung am Sehnenansatz.

Ursachen
Fersensporne sind recht häufig. Die Häufigkeit betrug in einer Studie 32 % bei Menschen ohne Plantarfasziitis und 89 % bei Menschen mit Plantarfasziitis. Wesentliche Risikofaktoren für eine Plantarfasziitis sind Übergewicht und Pronationsfehlstellung des Fußes. Auch eine Überlastung des Fußes (z.B. bei Läufern) oder falsches Schuhwerk kann Ursache sein. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, gewöhnlich liegt das Erkrankungsalter oberhalb von 40 Jahren.

Therapie
Zur Therapie hat sich vor allem die Entlastung des Fußes – besonders durch maßgefertigte Einlagen mit Schaumgummiunterfütterung im Druckbereich – bewährt. Außerdem helfen bestimmte Gymnastikübungen. Darüber hinaus gibt es spezielle Orthesen, die über Nacht die betroffene Sehne dehnen sollen. Selten ist eine Operation erforderlich. Angeboten wird unter anderem auch die Stoßwellen- oder Röntgentherapie. 

Hallux Valgus

Was ist ein Hallux Valgus?
Der Hallux valgus (auch Ballen oder Großzehballen genannt)ist eine Fehlstellung , bei der der erste Mittelfußknochen in Richtung Fußaußenseite wandert , wodurch sich der vordere Teil des Fußes verbreitert. Gleichzeitig knickt die Großzehe nach innen weg und nähert sich den mittleren Zehen an.

Symptome
Einem Hallux valgus geht fast immer ein sogenannter Spreizfuß voraus. Sie erkennen Ihn daran, dass sich der vordere Teil des Fußes verbreitert. Die mittleren Zehen können schmerzen, an ihrer Unterseite bildet sich vermehrt Hornhaut oder Schwielen.  Schiebt sich die große Zehe zu den mittleren Zehen und bildet sich gleichzeitig eine Wölbung an der Fußinnenseite, beginnt ein Hallux valgus. Auch hier können Schwielen auftreten, ebenso wie Schleimbeutelentzündungen. Der Ballen kann gerötet sein und anschwellen, bei Berührung schmerzt die große Zehe.

Diagnose
Der Hallus Valgus ist von jedem Fachmann leicht erkennbar. Er inspiziert den Fuß und tastet ihn ab. Dennoch schließt sich normalerweise einen Röntgenuntersuchung an, durch die man sieht, wie weit die Fehlstellung vorangeschritten ist und ob das Großzehengrundgelenk schon verändert ist. Ein Hallux valgus führt oft zu einer Arthrose, da sich das Gelenk durch die Fehlstellung schneller abnutzt.

Ursachen
Meist kommen mehrere Auslöser zusammen.  Es gibt eine genetische Veranlagung für den Hallux Valgus. Als ein wesentlicher Faktor ist auch das Tragen von Schuhen mit hohem Absatz oder von zu engen Schuhen zu sehen. Fast immer geht dem Hallux Valgus eine andere Fußfehlform, nämlich der Spreizfuß, voraus. Auch schlaffes Bindegewebe und Übergewicht fördern die Hallux-Valgus-Bildung.

Therapie
Helfen können vor allem Maßeinlagen und z. T. auch spezielle Hallux-Orthesen oder –Socken  Außerdem sollten  Schuhe getragen werden, die keine Druckschmerzen auf dem vorstehenden Großzehenballen verursachen. In fortgeschrittenem Stadium sind orthopädische Maßschuhe indiziert. Neben den konservativen Maßnahmen besteht auch die Möglichkeit einer Operation. Ein chirurgischer Eingriff kommt nur infrage, wenn der Fuß stark verformt ist und die Einlagen nicht ausreichend helfen.

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Hallux Ridigus

Was ist ein Hallux Rigidus?
Beim Hallux Rigidus liegt ein Gelenkverschleiß (Arthrose) des Großzehengrundgelenkes zwischen dem ersten Mittelfußknochen und dem Grundglied der Großzehe vor. Dies führt zu einer zunehmenden und schmerzhaften Versteifung des Gelenkes, so dass die normale Abrollbewegung des Fußes nicht mehr möglich ist. Der Hallux rigidus kann, muss aber nicht mit einem Hallux valgus, einhergehen.

Symptome
Am wesentlichsten ist die Einschränkung der Beweglichkeit, vor allem der Bewegung der Großzehe in Richtung Fußrücken .Außerdem können schmerzhaftende knöcherne Ausziehungen in Richtung Fußrücken auftreten, die sich vor allem in geschlossenen Schuhen bemerkbar machen. Es kommt zu Schwellungen und Rötungen am Gelenk.

Diagnose
Typisch ist die eingeschränkte Beweglichkeit der Großzehe, vorwiegend in der Dorsalextension, die sich bei einer Palpation des Fußes feststellen lässt. Oft sind am Köpfchen des ersten Mittelfußknochens dorsale und auch mediale Knochennasen zu tasten. Gelegentlich finden sich auch Entzündungszeichen in Form von Rötung, Schwellung und Erwärmung. Im Röntgenbild  erkennt der Arzt eine Verschmälerung des Gelenkspaltes durch den Abrieb des Knorpels. 

Ursache
Typischerweise ist Arthrose (Gelenkverschleiß) eine Erkrankung der zweiten Lebenshälfte, allerdings können auch junge Menschen z. B. nach Verletzungen von einem vorzeitigen Gelenkverschleiß betroffen sein. Es scheint eine genetische Veranlagung für den Hallux Rigidus zu geben. Außerdem sind im Gegensatz zum Halux Valgus von dieser Erkrankung eher Männer betroffen.

Therapie
Die Versteifung behindert die normale Abrollbelastung des Fußes. Eine Möglichkeit der Hilfe stellen Schuhzurichtungen dar. Dabei wird die Schuhsohle des vorhandenen Schuhs mit einer Abrollsohle versehen. Die Abrollbewegung läuft dann nur noch über den Schuh, nicht mehr über die Großzehe. So wird das  defekte Gelenk entlastet und es entsteht im Idealfall Schmerzfreiheit. In schweren Fällen kann operativ eine Versteifung des Großzehengrundgelenks vorgenommen werden.

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Archilodynie

Was ist Archillodynie?
Die Achillodynie ist ein Schmerzsyndrom der Achillessehne, des Ansatzes der Wadenmuskulatur am Fersenbein. Es ist eine entzündliche Reaktion auf mechanische Schädigung von Sehnengewebe durch Mikrotraumata und damit um eine eher häufige Erkrankung. Die Veränderungen im Gewebe treten in der Regel ca. 2–6 cm oberhalb des Ansatzes am Fersenbein auf.

Symptome
Das wesentliche Symptom der Achillodynie ist der in seiner Intensität belastungsabhängige Schmerz im Bereich der Achillessehne, meist verbunden mit einer Schwellung.

Diagnose
In der Regel reicht zum Erkennen einer Archillodynie eine manuelle Untersuchung aus, die durch eine Sonographie abgesichert werden kann. Gelegentlich ist eine Röntgenuntersuchung zum Ausschluss eines hinteren Fersensporns sinnvoll.

Ursachen
Die Ursache der Achillodynie ist eine lokale, meist chronische Überbeanspruchung der Achillessehne, wobei ständige gleichförmige Belastungen (Langstreckenlauf) genauso Ursache sein können wie ungewohnte, kurze Tätigkeiten (Aufnahme eines neuen Sportes). In vielen Fällen ist die Ursache nicht erkennbar. Daneben treten Achillodynien aber auch als Folge anderer Erkrankungen wie Arthrose des Sprunggelenkes oder einer Fußdeformation auf.

Therapie
In erster Linie muss die betroffene Sehne entlastet werden. Dies ist durch spezielle Archilles-Bandagen, Absatzerhöhungen oder  Einlagen mit beidseitiger Erhöhung möglich.

Darüber hinaus sollte die Sehne gut gedehnt werden (evtl. Physiotherapie).

Im Akutzustand helfen schmerzstillende und entzündungshemmende Salben und Kühlen der betroffenen Region. 

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Venenleiden

Was sind Venenleiden?
Venen sind jene Blutgefäße im Körper, welche das Blut aus den Armen, Beinen und Organen zurück zum Herzen transportieren. Venenleiden (oder chronisch-venöse Insuffizienz) liegt dann vor, wenn dieser Rückfluss des Blutes behindert wird.

Venenerkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Laut der Deutschen Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen e.V. leiden mehr als 32 Millionen Deutsche an leichten Venenbeschwerden. Des Weiteren hat jede zweite Frau und jeder vierte Mann Krampfadern und ca. 10 Millionen sind von einer bereits fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung betroffen. Man unterscheidet verschiedene Venenerkrankungen, so gibt es Krampfadern, Thrombose, Ulcus cruris und Besenreiser.

Symptome
Man erkennt eine mögliche Venenschwäche u.a. an Schwellungen, Schwere- oder Spannungsgefühl in den Beinen, Hautverfärbungen, Wadenkrämpfen, Kribbeln oder Brennen in den Beinen, Druckschmerz, Krampfadern und Besenreisern. 

Diagnose
Einen ersten Aufschluss über den Zustand Ihrer Venen bietet eine Venendruckmessung. Bei Auffälligkeiten empfiehlt es sich, einen Facharzt für Gefäß- und Venenerkrankungen (Phlebologen) aufzusuchen. Dieser klärt im Gespräch erbliche Vorbelastungen, führt eine Palpation der Beine durch, wobei er besonders darauf achtet, ob Besenreiser oder Krampfadern zu sehen sind. Schwellungen an den Beinen oder Hautveränderungen liefern ihm wichtige Hinweise auf eine Venenschwäche, sie können auf eine chronische Veneninsuffizienz hindeuten. Weiterführend lässt sich in einer Ultraschalluntersuchung gut erkennen, ob defekte Venenklappen vorliegen. 

Ursachen
Gesunde Venen sind in der Lage einen uneingeschränkten Blutfluss zurück zum Herzen zu gewährleisten. Hierbei helfen Venenklappen, kleine ventilartige Schleusen aus Bindegewebe, die das Blut nur in eine Richtung - Richtung Herzen - durchlassen.

Werden diese Venenklappen aufgrund einer Schwäche des Bindegewebes geschwächt, wird das Blut nicht mehr vollständig aufgehalten und fließt zurück nach unten. Es können Blutstauungen, Blutgerinnsel, Krampfadern, Besenreiser oder weitere Venenbeschwerden folgen.

In den meisten Fällen ist diese Bindegewebeschwäche genetisch bedingt. Weitere Risikofaktoren, welche eine Funktionsbeeinträchtigung der Venenklappen weiter beeinflussen können sind u.a. Bewegungsmangel, Übergewicht, langes Sitzen oder Stehen, hohes Lebensalter und Schwangerschaft.

Therapie
In vielen Fällen wird der behandelnde Arzt Kompressionsstrümpfe verschreiben. Kompressionsstrümpfe sind speziell angefertigte Stützstrümpfe, welche so konzipiert sind, dass sie die geschwächten Venen in ihrer Funktion unterstützen.

Bei leichten Krampfadern und Besenreiser kann auch eine Verödung (Sklerosierung) durchgeführt werden, bei stark fortgeschrittenen Venenerkrankungen auch Venenoperationen. Neuere Methoden der Krampfaderbehandlung sind die Laserbehandlung und die Radiowellenchirugie. Zusätzlich werden immer auch Kompressionsstrümpfe in die Therapie integriert.

Vorbeugende Maßnahmen bei Venenbeschwerden sind u.a. Venengymnastik, viel Bewegung, Hochlagern der Beine, gesunde Ernährung, Wechselduschen, Vermeidung von Übergewicht und das Tragen richtig sitzender Schuhe.

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Schon im Mittelalter gab es Fußbeschwerden

Fashion Victims gab es bereits im Spätmittelalter. Lesen Sie hierzu einen interessanten Artikel aus der Süddeutschen Zeitung von Werner Bartens, der zeigt, wie wichtig die Beratung im Fachhandel ist.

Die Mode fordert nicht erst ihre Opfer, seit Körperformen, die für Normalsterbliche unerreichbar sind, in Lifestylemagazinen ausgestellt werden. Das Phänomen ist keineswegs auf die Moderne beschränkt. Zu eng geschnürte Korsette schnitten jungen Damen bereits im 16. Jahrhundert die Luft ab oder führten gar zu Verformungen des Brustkorbs. Trugen Frauen Krinolinen oder andere Reifröcke, mussten sie dafür den Wendekreis eines Kleinwagens in Kauf nehmen. Derartige Fashion Victims gab es sogar schon im Spätmittelalter, wie Ausgrabungen in England nun zeigen. Die neue Schuhmode war daran schuld - und beide Geschlechter mussten leiden.Forscher der Universität Cambridge belegen im Fachblatt International Journal of Paleopathology, dass im Spätmittelalter eine auch heute verbreitete Fußfehlstellung immer häufiger wurde. Bei Ausgrabungen auf Grabstätten und ehemaligen Friedhöfen stellten die Wissenschaftler um Jenna Dittmar fest, dass Skelette aus dem 11. bis 13. Jahrhundert nur in sechs Prozent der Fälle einen Hallux valgus aufwiesen.

Im 14. und 15. Jahrhundert erhöhte sich der Anteil der Skelette mit dieser Deformität hingegen auf beachtliche 27 Prozent. Hallux valgus bezeichnet in der Fachsprache einen Schiefstand der Großzehe, die in Richtung der kleineren Zehen abweicht, was zu schmerzhaften Entzündungen am Großzehengrundgelenk führen kann. Wer jahrelang enge, spitze Schuhe trägt, kennt das Leiden." Wir halten diese Fehlstellung für ein modernes Problem", sagt Dittmar. "Aber unsere Arbeit zeigt, dass es offenbar auch schon ein häufiges Leiden unter Erwachsenen im Mittelalter war."

Schnabelschuhe mit engen, lang gezogenen Spitzen

Die Archäologen aus Cambridge führen die Zunahme der Fehlstellung auf einen Wandel der Schuhmode zurück. "Das 14. Jahrhundert brachte eine Fülle an neuen Kleidungsstilen und Schuhen mit sich", sagt Piers Mitchell, der ebenfalls an der Untersuchung beteiligt war. "Darunter waren auch Schnabelschuhe mit engen, lang gezogenen Spitzen." Im Gegensatz zu den vorherigen Epochen lief gegen Ende des 14. Jahrhunderts nahezu jeder Schuh vorne etwas spitzer zu - und zwar für Erwachsene wie Kinder gleichermaßen. Geoffrey Chaucer porträtiert in seinen "Canterbury Tales" Mönche mit spitzen Schuhen. Die Mode griff so stark um sich, dass König Edward IV. im Jahr 1463 ein Gesetz erließ, wonach die Schuhspitze maximal zwei Inch lang sein durfte, umgerechnet fünf Zentimeter.

Die Wissenschaftler stellten interessante Unterschiede fest: Der Fußschaden durch falsches Schuhwerk war offenbar ein Oberschichtenphänomen: In der Grabstätte eine wohlhabenden Augustinerklosters wiesen 43 Prozent der Skelette einen Hallux valgus auf, während auf dem ländlichen Friedhof ein paar Meilen entfernt nur drei Prozent diese Deformität zeigten. An den Skeletten mit Hallux valgus wurden zudem auch häufiger Knochenbrüche gefunden; die schicken, aber unbequemen Schuhe ruinierten offenbar nicht nur die Knochen, sondern führten auch häufiger zu Stürzen. Zumindest traf dies für Skelette zu, die auf ein Alter von mindestens 45 Jahren datiert wurden.
Modische Jugendsünden rächen sich eben manchmal erst im Alter.